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Seminar und Rundtischgespräche zur Einrichtung von Pilotgenossenschaften

Nach der Annahme des Gesetzes der Republik Kasachstan „über die landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften“ kommt es nun darauf an, die neu entstehenden Genossenschaften bei der Gründung zu unterstützen und in der Anfangsphase intensiv zu betreuen. Auch eine dauerhafte Beratung der Genossenschaften muss organisiert werden, um sie als konkurrenzfähige Wirtschaftssubjekte zu entwickeln. Neben dem Ministerium für Landwirtschaft der RK unterstützen auch andere Einrichtungen die Gründung von Pilotgenossenschaften. Es wurden verschiedene Ansätze entwickelt und die Aktivitäten der Akteure finden parallel statt. Es ist notwendig, diese Erfahrungen zu bündeln, auszuwerten und die Gründung und Entwicklung der Genossenschaften durch Beratung und Qualifizierung der Vorstände und anderer Führungskräfte sowie von Beratern für Genossenschaften zu unterstützen.
Gemeinsam mit dem Nationalen Zentrum für Agrarwissenschaft und Bildung (NANOZ) und dem „Nationalen Wissenschaftlichen Forschungsinstitut für die Ökonomie des Agrarindustriekomplexes und die Entwicklung der ländlichen Regionen“ hat das Projekt „Deutsch-Kasachischer Agrarpolitischer Dialog“ mehrere Seminare und Rundtischgespräche durchgeführt. Dazu wurde aus Deutschland Herr Rechtsanwalt Uwe Schöne, der bereits an der Neufassung des Genossenschaftsgesetzes beteiligt war, eingeladen, um deutsche und internationale Erfahrungen darzustellen und Empfehlungen zu geben.
Unter Federführung der landwirtschaftlichen Abteilung der Gebietsverwaltung Schambyl fand in Taraz am 01. Juni 2016 ein Seminar mit ca. 200 Teilnehmern statt. Die Hauptvorträge wurden von Herrn Schöne und Frau Prof. Galiya Akimbekova gehalten. Dazu wurden in weiteren Vorträgen Beispiele aus in Gründung befindlichen Pilotgenossenschaften des Schambylsker Gebietes vorgestellt. Außerdem gab es einen Vortrag zu aktuellen Entwicklungen in Bezug auf das Bodengesetz und zu juristischen Fragen bei der Gründung von Genossenschaften.
In der anschließenden kurzen Diskussion wurde das hohe Interesse, insbesondere der Farmer, deutlich.
Die Experten hatten am Nachmittag Gelegenheit, zwei Pilotgenossenschaften zu besuchen. Dabei wurden sehr intensiv über ökonomische Fragen und die zur Gründung notwendigen Dokumente beraten. Dabei wurde insbesondere der Beratungsbedarf für die Vorstände und Mitglieder der neuen Genossenschaften, aber auch für die Verwaltungsorgane deutlich.
Am darauffolgenden Tag wurden die Gespräche in der Gebietsniederlassung der Nationalen Unternehmerkammer „Atameken“ fortgesetzt, wobei über Videokonferenz weitere Niederlassungen zugeschaltet waren. Seitens der Experten des Projektes wurde mehrfach darauf hingewiesen, dass die Initiativen und Aktivitäten der verschiedenen Akteure (MoA, Gebietsverwaltungen, Institute des NANOZ, KazAgro, Atameken und andere) gebündelt werden sollten und es wurde der Vorschlag zur Gründung eines speziellen genossenschaftlichen Kompetenzzentrums unterbreitet. Dieses Kompetenzzentrum sollte eine Bildungs- und Beratungsfunktion haben und könnte zukünftig Bestandteil eines Genossenschaftsverbandes sein. Als Beispiel wurde die Akademie Deutscher Genossenschaften genannt. Der APD ist bereit, einen entsprechenden Erfahrungsaustausch zu organisieren.
Ein weiteres Seminar fand am 03. Juni 2016 bei NANOZ in Astana statt. Es wurden unter anderem Fragen der horizontalen und vertikalen Kooperation und das Problem der Bodennutzung diskutiert. Auch die Notwendigkeit der Beratung der Genossenschaften und der Bündelung der Aktivitäten der beteiligten Organisationen wurde erneut thematisiert.
Soweit verfügbar können die Seminarvorträge und nach Fertigstellung auch der Bericht des Experten vom Projekt APD als Datei für Interessenten bereitgestellt werden.
[APD Kasachstan, Juni 2016]

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