Hintergrund des Projektes

Die Fläche Kasachstans ist fast 8-mal so groß wie die Deutschlands. Dabei leben nur 18,4 Millionen Menschen in diesem größten Land Zentralasiens. Zum kasachischen Staatsgebiet gehören rund 220 Millionen Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche, von der 90 Millionen Hektar vorwiegend als Weidefläche genutzt werden. Weitere 23 Millionen Hektar dienen dem Ackerbau, wovon fast zwei Drittel ausschließlich für die Getreideerzeugung bei einem Durchschnittsertrag von einer Tonne pro Hektar genutzt werden.
Allein diese Zahlen zeigen, welches enorme Potential Kasachstan nicht nur für den inländischen Markt, sondern auch für die Sicherung der Welternährung besitzt. Die Nutzung dieses Potentials wird jedoch durch viele Hindernisse eingeschränkt. So haben viele Landwirte nur unzureichenden Zugang zu Kapital und Organisationsformen, die den Zugang zu Märkten ermöglichen. Auch im Bereich der Tierproduktion fehlt es in den Bereichen der Veterinärkontrolle und Lebensmittelsicherheit noch an Know-how.
Um die Partnerschaft beider Länder im Agrarsektor zu stärken, unterzeichneten zur Grünen Woche im Januar 2009 der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV), Herr PST Dr. Müller, sowie der damalige Vizeminister im kasachischen Landwirtschaftsministerium, Herr Marat A. Orsayev, eine Kooperationsvereinbarung, die neben einer Intensivierung der Zusammenarbeit in den verschiedenen Bereichen der Landwirtschaft auch die Etablierung eines gemeinsamen Projektes, des Deutsch-Kasachischen Agrarpolitischen Dialogs, vorsieht. Seit Oktober 2009 arbeitet der Deutsch-kasachische Agrarpolitische Dialog (APD) in der kasachischen Hauptstadt Nur-Sultan und unterstützt die kasachischen Partner dabei, einen agrarpolitischen Rahmen zu schaffen, der dem Land hilft, das landwirtschaftliche Potential stärker auszuschöpfen.